Strom Preisentwicklung 2011 vor steilem Anstieg

Montag, 18. April 2011


Die meisten Stromexperten sind der Meinung, dass sich ein schneller Ausstieg aus der Kernenergie mit einer steigenden Strompreisentwicklung verbunden sei. So muss der Anteil der erneuerbaren Energien sowie von Gas und Kohle bei der Stromerzeugung zwangsläufig steigen, um den in der Herstellung billigeren Atomstrom zu ersetzen.

Der Analyst Tobias Federico von Energy Brainpool rechnet damit, dass die Strompreisentwicklung um bis zu 15 Prozent steigen könnte. Wenn es bei den Kursen an der Leipziger Strombörse EEX vom Mitte April 2011 bliebe, dann müssten sich Endverbraucher auf eine Preissteigerung in der Größenordnung von drei Prozent einstellen.

Durch die Abschaltung von sieben Kernkraftanlagen in Deutschland im Zuge des Atom-Moratoriums hatte sich die Strompreisentwicklung an der EEX um sechs Euro je Megawattstunde erhöht. Am 4. April 2011 war der Stundenkontrakt für die Sorte Phelix am Spotmarkt zeitweise auf 65,01 Euro je Megawattstunde geklettert. Seitdem konnte sich der Strompreis wieder ein wenig erholen und so kostet Phelix aktuell 59,56 Euro je Megawattstunde.

Endverbraucher zahlen für die Megawattstunde (1.000 Kilowattstunden) in der Regel mehr als das dreifache der Strompreisentwicklung von der Börse. Neben 19 Prozent Mehrwertsteuer werden 35 Euro für die Umlage des Eneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) fällig. Hinzu kommen Zählergebühren und Jahresgrundpreise sowie die Gewinnmargen der Stromkonzerne.

Verbraucherzentralen raten dazu einen Stromanbietervergleich zu machen und so für mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt zu sorgen. Viele Stromkunden stecken in den teuren Grundversorgungstarifen der örtlichen Stadtwerke fest und nicht wechseln, weil sie Angst haben das Licht könnte ausgehen. Diese Angst ist vollkommen unbegründet, da der Gesetzgeber eine ununterbrochene Stromversorgung sicherstellt.